50 Jahre Frauen des Opus Dei in Deutschland

„Die ersten Frauen, die nach Deutschland kamen, haben gespürt, was Papst Benedikt XVI. sagte: Wer glaubt, ist nie allein. Sie rechneten mit dem Gebet und dem Segen des hl. Josefmaria, des Gründers des Opus Dei.“ So charakterisierte der Regionalvikar des Opus Deutschland, Dr. Christoph Bockamp, bei einer Dankmesse im ISM die ersten Mitglieder des Werkes, die vor 50 Jahren den Grundstein für die apostolische Arbeit der Frauen legten.

Apostolische Initiativen

Köln. Vor nun über 50 Jahren am 16. Oktober 1956 kamen zwei junge Spanierinnen, Carmen Mouriz und Ana Quintana, am Kölner Hauptbahnhof an. Sie waren am Vortag von Rom abgefahren. In Köln, das noch teilweise in Trümmern lag, wurden sie von zwei deutschen Studentinnen, Käthe Retz, die heute in Wien lebt und Marlies Kücking erwartet, die derzeit die Zentralsekretärin des Opus Dei in Rom ist. Beide hatten das Opus Dei im Ausland kennen gelernt und waren bereits Mitglieder. Da ihre zukünftige Wohnung in der Hülchrather Straße, das Studentinnenheim Eigelstein, noch renoviert werden musste, verbrachten sie die ersten Tage bei Hele Steinbach, einer Apothekerin, die bald als Assoziierte dem Opus Dei beitrat. Der heilige Josefmaría Escrivá hatte Deutschland in den Jahren zuvor öfter von Italien aus bereist und so den Grundstein für den Beginn der apostolischen Arbeit gelegt. Das erste Zentrum des Opus Dei in Deutschland hatte Dr. Alfons Par zusammen mit einigen Studenten bereits 1952 in Bonn errichtet.

Ana Quintana schneidet den Geburtstagskuchen an.

Mit ihrem jugendlichen Schwung widmeten sich die ersten Frauen vor allem der Bildungsarbeit mit Studentinnen. Das Studentinnenheim Eigelstein, kurze Zeit später auf zwei Wohnetagen ausgedehnt, wurde bald zu klein. Mit Kühnheit, denn finanzielle Mittel waren in den Nachkriegsjahren sehr knapp, errichteten sie nach nur zehn Jahren das Studentinnenheim Müngerdorf. Müngersdorf kann nun schon auf 40 Jahre Bildungstätigkeit zurückschauen. Es ist ein Ort der internationalen Studentenbegegnungen und auch zahlreicher akademischer Kongresse. In den kommenden Jahren steht das ISM vor einer Modernisierungsphase, einer ähnlichen Herausforderung wie die erstmalige Errichtung 1962-1966.

Die Pioniere der ersten Zeiten…

Das ISM war auch der Ort der gemeinsamen Feierlichkeiten am 12. Oktober 2006. Dr. Christoph Bockamp feierte gemeinsam mit Prof. Cezar Ortiz und Dr. Klaus Becker eine Dankmesse in der Kapelle des ISM, die für die mehr als 100 Gäste viel zu klein schien. In seiner Predigt wies er unter anderem darauf hin, dass „die ersten Frauen Pionierinnen waren. Sie wussten: Was wir nicht tun, das wird nicht getan. Sie suchten Arbeit, finanzielle Mittel und starteten in einer Etagenwohnung mit einem kleinen Studentinnenheim.“ Ein halbes Jahrhundert später habe sich die apostolische Arbeit fast auf das ganze Bundesgebiet ausgeweitet. Heute gibt es Frauen des Opus Dei von Kiel bis München, von Aachen bis Dresden.

Christa Polzer im Gespräch

Zahlreiche Glückwünsche aus aller Welt erreichten Christa Polzer, Regionalsekretärin des Opus Dei in Deutschland: aus Holland, Österreich und Schweden, Länder, in denen die ersten Schritte der Arbeit von Deutschland aus unterstützt wurde. Aber auch aus Spanien, Mexiko, der Schweiz, Italien …, wo heute Mitglieder „der ersten Stunde“ leben.

  • von Dr. Bergund Fuchs