Jugendbegegnung in Israel

Es war sehr beeindruckend und bewegend immer wieder Christen bzw. christlichen Initiativen zu begegnen, die sich aus dem Glauben heraus in Israel für Verständigung und ein gutes Miteinander einsetzen.

Soziale Initiativen
Opus Dei - Jugendbegegnung in Israel

Seit 2012 läuft ein Begegnungsprojekt für Jugendliche zwischen „Cultural Association Madaba“ in Israel und dem Deutsch-Internationalen Kulturverein. In diesem Jahr besuchte wieder eine Gruppe Oberstufenschülerinnen, Auszubildende und Studentinnen aus Deutschland für 12 Tage das Heilige Land.

Sie erzählten uns vom Nahost-Konflikt, wie sie sich in Israel fühlen, aber auch viel über das alltägliche Leben, ... das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit

Die Begegnungen mit den verschiedenen Menschen in Israel halfen uns die unterschiedlichen Lebenswelten dort besser zu verstehen. Wir trafen viele junge, palästinensische Christen, mit denen wir gemeinsam die Altstadt von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth erkundeten. Sie erzählten uns vom Nahost-Konflikt, wie sie sich in Israel fühlen, aber auch viel über das alltägliche Leben, das Bildungssystem in Israel oder das Zusammenleben mit der muslimischen Mehrheit innerhalb der Palästinenser.

In Tel Aviv führten uns zwei jüdisch-israelische Studenten durch die sehr europäisch geprägte Stadt, die mit ihren Hochhäusern, Strandpromenaden und Einkaufsstraßen ein ganz anderes Bild von Israel zeigt. Sie erzählten uns von den Anfängen Tel Avivs durch die jüdische Einwanderung aufgrund von Pogromen, Antisemitismus und später dem Holocaust in Europa.

Ein wichtiger Teil unserer Fahrt war der Besuch der Heiligen Stätten, wo Christus gelebt und gelehrt hat, wo er geboren wurde und wo er starb. Wir konnten erfahren, dass das Heilige Land nicht umsonst das „Fünfte Evangelium“ genannt wird. Dort zu sein, verändert einen – nicht nur, weil man anschließend das Evangelium mit anderen Augen sieht.

Dort zu sein, verändert einen – nicht nur, weil man anschließend das Evangelium mit anderen Augen sieht.

Angesichts des immer präsenten Nahostkonflikts war es für unsere ganze Gruppe sehr beeindruckend und bewegend immer wieder Christen bzw. christlichen Initiativen zu begegnen, die sich aus dem Glauben heraus in Israel für Verständigung und ein gutes Miteinander einsetzen.

So besuchten wir beispielsweise die Baustelle des Projektes „Saxum“, das auf Initiative des Hl Josefmaria Escrivá und des Sel. Alvaro del Portillo in Abu Gosh, etwa 15 km von Jerusalem entfernt, entsteht. Der Komplex wird ein Conference Center, ein Multimedia Center für Besucher des Landes sowie eine hauswirtschaftliche Ausbildungsstätte umfassen.

Saxum: Conference & Multimedia Center für Pilger und Wissenschaftler, Ausbildungsstätte für Einheimische aus allen Ethnien und Religionen.

Besuchergruppen und Pilger sollen hier über das Heilige Land informiert werden, Wissenschaftler aller Religionen sollen zu Tagungen über den Nahen Osten zusammenkommen und Einheimische sollen die Chance auf eine gute Ausbildung im Bereich von Hauswirtschaft und Hotelfach erhalten. Es war beeindruckend zu sehen, dass dieser Traum nun schon soweit fortgeschritten ist – dank sehr vieler Unterstützer und Spender weltweit!

Sr. Monika, die ein Hospiz am Rande der Jerusalemer Altstadt leitet, das sterbenden Menschen aller Religionen offen steht.

Auch andere Begegnungen waren sehr beeindruckend wie z.B. Sr. Monika, die ein Hospiz am Rande der Jerusalemer Altstadt leitet, das sterbenden Menschen aller Religionen offen steht. Ihre Erzählungen über die Begegnungen der Patienten und ihrer Familien im Hospiz waren ein beeindruckendes Zeugnis von Menschlichkeit.

Oder auch unser Besuch in Tabgha am See Genezareth, wo uns P. Matthias davon berichtete, welche Auswirkungen der schwere Brandanschlag jüdischer Extremisten im Juni 2015 hatte.

Begegnungsstätte für Behindertengruppen aus Israel und Palästina

Er erzählte uns aber auch über die Arbeit der Begegnungsstätte für Behindertengruppen aus Israel und Palästina, über die Begegnung und Verständigung der verschiedenen Religionen und über die Freude der Kinder und Jugendlichen mit Behinderung, die sonst keine Möglichkeit hätten, irgendwo Urlaub zu machen. Auch wenn der Schock über den Brandanschlag noch tief sitzt, „werden sie die Arbeit fortführen an der Stelle, wo Jesus das Wunder der Brotvermehrung wirkte, um die erschöpfte und hungrige Menge zu speisen.“