Sozialprojekt Uganda 2016: Nun haben Kinder Platz in einer Schule

Junge Deutsche helfen beim Bau eines Schulgebäudes in Afrika und kehren mit einer neuen Sicht der Dinge zurück .

Soziale Initiativen
Opus Dei - Sozialprojekt Uganda 2016: Nun haben Kinder  Platz in einer  Schule

Kimbo, Gomba Distrikt, Westuganda: Schüler und Studenten aus Deutschland und Uganda setzten das Projekt „Schule statt Straße “ in diesem Sommer fort. Sie halfen bei der Errichtung eines festen Schulgebäudes. Dort ist nun für alle sieben Klassen der Primary School Platz. Die Holzbaracken sind endgültig Vergangenheit! Dieser Sozialeinsatz war Dank großzügiger Spenden aus Deutschland möglich. Für das ergänzende Bauprojekt 2016 konnten – wie schon im Vorjahr - – anteilig 22.000 Euro gesammelt werden. Das Geld wurde für Baumaterialien sowie den Einsatz einheimischer Maurer und Zimmerleute verwendet, die die jungen Freiwilligen anleiteten. Die Flug-, Transfer- und Visa-Kosten hatten die Teilnehmer selbst aufgebracht. Begleitet wurde das Projekt von der „Kelim Foundation“ in Kampala, der Kölner Initiative „Schule statt Straße“ und der „Rhein-Donau-Stiftung“, Köln/München.

Von Tony Schaff

„Wir sieben Helfer aus Deutschland kommen mittags in Entebbe an. Uganda ist die Perle Afrikas, ein Land von unglaublicher Schönheit. Kultur und Mentalität sind völlig anders als hierzulande. Bittere Armut ist ein Teil des Lebens.

Unsere erste Station führt uns nach Kampala, der Hauptstadt des Landes. Das Straßenbild ist einzigartig und beängstigend. Viele Menschen in diversen abenteuerlich anmutenden Verkehrsmitteln. Besonders die Taxi-Motorräder, Boda-Bodas genannt, drängen sich in lebensgefährdender Weise durch die verstaubten Straßen der Hauptstadt. Den Straßenrand säumen niedrige, oft slumartige Hütten oder unfertige, dem eigenen Schicksal überlassene Gebäude, vor denen wiederum ein unüberschaubare Zahl von Menschen ihre einfachen Waren anbieten. Allgemein zeigt sich ein Bild von tiefem Elend und Armut. So ist es fast eine Erleichterung, Kampala zusammen mit weiteren freiwilligen Helfern – fünfzehn einheimischen Studenten aus Kampala – zu verlassen und rauszufahren aufs Land.

Am Abend unseres ersten Tages erreichen wir nach holpriger Fahrt unser Dorf Ngomanene, wo wir gastfreundlich aufgenommen werden. Von dort aus starten wir in den nächsten drei Wochen im Nachbardorf Kimbo mit unsem großen Projekt: dem Bau eines weiteren Komplexes der katholischen St. Mary´s School.

Der Alltag beginnt um 7:30 mit der heiligen Messe in unserer Unterkunft; danach Frühstück. Um 9:00 Uhr ist Abfahrt auf der Ladefläche eines alten japanischen Trucks zur 6 km entfernten Baustelle. Allein diese Fahrten sind jedes Mal – abgesehen von der Gefährlichkeit der Beförderungsart – einzigartig. Beim Passieren des Dorfes rennen die Kinder aus ihren Hütten und rufen aufgeregt laut schreiend „ Muzungu! Muzungu!!“ (bedeutet: weißer Mann), zugleich berührend und unterhaltend ist. Obwohl wir vier Mal täglich auf diese Weise durch das Dorf fuhren, ließ die Freude der Kinder und deren Rufe bei dieser Gelegenheit kein bisschen nach.

Auf der Baustelle

Der Arbeitsalltag in der afrikanischen Hitze ist anstrengend und fordernd. Aber er beschert uns wichtige Erfahrungen wie den direkten Kontakt zur Bevölkerung und besonders das bittere Gefühl zu sehen, wie langsam und mühsam es sich ausschließlich mit Hammer, Säge und Spaten arbeiten lässt. Es gibt keine größeren Hilfsmittel. Um 13:00 Uhr fahren wir zurück nach Hause. Verdreckt und hungrigerwartet uns eine warme Mahlzeit mit reichlich Hähnchen und Reis oder Matokee – einem Püree aus Kochbananen, einem der Nationalgerichte Ugandas. Halbwegs erholt geht es um 14:15 Uhr wieder zur Arbeit. Als um 17 Uhr die zweite Schicht vorbei ist, gibt esTee und Kaffee und gegen 20 Uhr bis zum Abendbrot Zeit zur freien Verfügung. Der Abend wird mit geistlichem Input, Rosenkranzgebet und anschließendem Beisammensein gefüllt, welches nicht selten in lebhafte gesellschaftliche Diskussionen zwischen den verschiedenen Kulturen mündet, immer aber freundschaftlich verläuft.

In den drei Wochen erwarten uns immer neue Erfahrungen und Herausforderungen. Es gibt viele wunderschöne Momente, wie beispielsweise der Sonnenaufgang um sieben Uhr morgens. Da unser Domizil etwas erhöht auf einem Berg liegt, haben wir eine großartige Aussicht auf die Täler, die morgens von dichtem Nebel umhüllt sind. Hinter den Hügeln am Horizont erhebt sich nun die afrikanische Sonne und bietet jedes Mal aufs Neue einen atemberaubenden Anblick.

Prägend bleiben die Begegnungen mit den Menschen, dieExistenzbauern sind. Sie bereichern uns mit ihrer Einfachheit. Ihr Leben: Mit einer zwei mal zwei Meter großen Hütte auskommen, inständig auf die Regenzeithoffen, die letzten erhandelten Schillinge für eine unsichere Grundschulausbildung ihrer vielen Kinder ausgeben, Wasser in Benzinkanistern kilometerweit aus unhygienischen Papyrustümpeln holen – kurz, in nicht vorstellbarer Einfachheit und Armut klarkommen zu müssen,Das alles ist für einen Europäer kaum vorstellbar. Um aus solch einer Lebenssituation herauszufinden hilft Bildung. Daher ist unser Projekt so wichtig!

Wasser für die Baustelle - und für Zuhause

Eine andere, weniger bedrückende Erfahrung ist die mit den Kindern. Schenkt man ihnen ein Lächeln oder einfach Aufmerksamkeit, strahlen diese eine solch ehrliche Freude und Unbeschwertheit aus, dass man jedes Malvon diesen armen Menschen zur Freude angestiftet wird – und mehr geschenkt bekommt als man ihnen geben kann

Zum Abschluss der Reise nehmen wir uns noch etwas Zeit für die Stadt Kampala und einen Nationalpark. Es war eine sehr bereichernde Fahrt. Uns wird recht bald wieder das Fernweh ins schöne Afrika packen."