Der Roman „Sakrileg“ („Da Vinci Code") und das Opus Dei

Eine Stellungnahme

vom Opus Dei

Das in „Sakrileg“ gezeichnete Bild des Opus Dei ist sowohl in der Gesamtdarstellung als auch in manchen konkreten Punkten eine groteske Verzeichnung der Realität.

1. Was ist eine Personalprälatur?

Brown bezeichnet das Opus Dei einmal als « persönliche Prälatur des Papstes », einmal als « Prälatur des Vatikans ». Beide Ausdrücke sind falsch. Die Personalprälatur ist weder eine an die Person des Papstes gebundene Einrichtung (wie z.B. die Päpstliche Schweizergarde) noch ein Exekutivorgan der zentralen Kirchenleitung (wie z.B. eine vatikanische Kongregation). Der Ausdruck personal bezieht sich auf die Personen, die sich der Prälatur anschließen; er steht im Gegensatz zu territorial. Vgl. die Gegenüberstellungen Personalprälatur vs. Territorialprälatur, Personaldiözese vs. Ortsdiözese (Bistum), Personalpfarrei (z.B. Fremdsprachigen­pfarrei) vs. Ortspfarrei. Außerdem hängt eine Personalprälatur auch nicht, wie Brown behauptet, direkt vom Papst ab, sondern von der Kongregation für die Bischöfe, der auch die Bischöfe der ganzen Welt unterstellt sind.

2. Opus Dei und Mönche

Durch den ganzen Roman hindurch werden Angehörige des Opus Dei als Mönche (oder besser als Mönchs-Karikaturen) dargestellt. Zwar empfindet das Opus Dei wie alle Katholiken große Wertschätzung für den Ordensstand, doch seine Mitglieder sind keine Ordensangehörigen, sondern Weltchristen. Aus eben diesem Grund ist das Opus Dei kein Orden, sondern eine Institution für gewöhnliche Laiengläubige und Diözesanpriester.

Grundsätzliche Kennzeichen für einen Orden sind der Rückzug aus der Welt, eine besondere Weihe und das Ablegen von Gelübden. Grundidee des Opus Dei ist dagegen die Verwirklichung des christlichen Glaubens als gewöhnliche(r) Christ(in) in der Welt selbst, ohne Gelübde oder besondere Weihen und ohne Anlehnung an eine Ordensspiritualität. Die Angehörigen des Opus Dei wollen ein kohärentes christliches Leben führen, ohne sich in Kirchen oder geschlossene Zirkel einzuschließen und ohne irgendwelche rechtschaffene Berufe gering zu achten.

Eine Minderheit unter den Opus-Dei-Mitgliedern folgt einem Ruf zur Ehelosigkeit (Zölibat). Sie sind dadurch in der Lage, sich in stabiler Weise der Betreuung der apostolischen Arbeit und der Bildung der anderen Mitglieder zu widmen. Sie legen aber ebenso wenig wie die anderen Gelübde ab; und natürlich tragen sie keine Ordenskleider, schlafen nicht auf Strohmatten und verbringen auch nicht den ganzen Tag mit Bußübungen und dem Murmeln von Gebeten. Im Gegensatz zu jenen, die zum Mönchsleben berufen sind, gehen sie einer beruflichen Arbeit nach wie alle anderen Bürger. Ihr Leben gleicht somit nicht entfernt der Darstellung in „Sakrileg“.

Generell ist das Opus Dei – entgegen dem „Sakrileg“-Klischee – keineswegs feindlich eingestellt gegenüber der modernen, säkularen Welt. Es gehört im Gegenteil zum Kern seiner Botschaft, dass die Laiengläubigen gerade in dieser Welt ihren ureigenen Platz haben und berufen sind, sie von innen her aufzubauen, also gerade nicht sich aus ihr zurückzuziehen.

Kardinal Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI): „Die Physiognomie des Opus Dei [ist] diese überraschende Verbindung zwischen einer absoluten Treue zur großen Tradition der Kirche, zu ihrem Glauben, in entwaffnender Einfachheit, und einer bedingungslosen Öffnung gegenüber allen Herausforderungen dieser Welt, sei es im akademischen Milieu, sei es in der Welt der Arbeit, sei es auf dem Gebiet der Wirtschaft, usw. Wer eine solche Bindung an Gott besitzt, wer in einem solchen ununterbrochenen Dialog mit ihm steht, kann es wagen, auf jene Herausforderungen zu antworten, und verliert die Angst; denn wer in den Händen Gottes ist, fällt immer in die Hände Gottes. So verschwindet die Angst, und es entsteht statt dessen der Mut, auf die Welt von heute zu antworten.“ (L’Osservatore Romano, 6. Oktober 2002)

3. Opus Dei und Unmoral

Besonders verletzend ist der Umstand, dass „Sakrileg“ Opus-Dei-Leute als Mörder und Lügner daherkommen lässt, als Individuen, die andere unter Drogen setzen und sonstige unmoralische Taten begehen, und die dazu noch glauben, solches Handeln sei gerechtfertigt, weil es Gott, der Kirche und dem Opus Dei diene.

In Wirklichkeit steht das Opus Dei in voller Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche, die jede in sich unethische Handlung in aller Klarheit verbietet, und zwar auch dann, wenn sie einem guten Zweck dienen will.

Die Bildungsarbeit des Opus Dei hat immer auch zum Ziel, bei den Menschen dieses Bewusstsein zu fördern, damit sie ihr Handeln konsequenter an den ethischen Grundsätzen ausrichten. Gewiss, auch das Opus Dei besteht aus Menschen, die sich verfehlen können. Solche Verfehlungen sind dann jedoch nicht ein Ausdruck, sondern eine Abweichung von dem, was das Opus Dei zu vermitteln versucht.

4. Opus Dei, Macht und Reichtum

In „Sakrileg“ erscheint das Opus Dei als eine Organisation, deren eigentliches Ziel es ist, Macht und Reichtum zu erwerben oder zu erhalten. Dieses altbekannte Klischee hält einer unvoreingenommenen Prüfung nicht stand.

Das einzige Ziel des Opus Dei besteht darin, den Menschen zu helfen, in ihrem Glauben zu wachsen und ihn in ihrem Alltagsleben konkret umzusetzen. Es besitzt kein politisches Programm. Das Opus Dei und seine Mitglieder sind darüber hinaus sehr sensibel für die Anliegen der Armen, was ein wichtiges Element des christlichen Glaubens überhaupt ist.

*Brian Kolodiejchuk, M.C., Postulator des Heiligsprechungsprozesses von Mutter Teresa: “Die Armen, die Kranken, die Verlassenen waren die Waffen, die er [der hl. Josemaría] einsetzte, um die Schlacht der Ausbreitung des Opus Dei zu gewinnen. Sowohl beim Gründer des Opus Dei als auch bei Mutter Teresa wurzeln Einsatz und Hingabe im Glauben, der sie in jedem Menschen Christus sehen ließ.” (Stellungnahme vom 27. 2. 2002) *Hl. Josemaría Escrivá: „Das Opus Dei beherrscht keinen weltlichen Bereich und will keinen beherrschen; es will lediglich die Botschaft des Evangeliums verbreiten. Gott möchte, daß alle Menschen, die in der Welt leben, ihn gerade im Vollzug ihrer weltlichen Tätigkeiten lieben und ihm darin dienen. Dementsprechend arbeiten die Mitglieder des Opus Dei, da sie ja normale Christen sind, wo und wie sie es für richtig halten. Das Werk kümmert sich nur um ihre geistliche Betreuung, damit sie immer nach ihrem christlichen Gewissen handeln.“ (L’Osservatore della Domenica, 26.5.1966; abgedruckt in „Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer“, Nr. 64.) 5. Opus Dei und körperliche Askese („Abtötung“)

„Sakrileg“ erweckt den Eindruck, die Opus-Dei-Angehörigen würden gefährliche und blutige Selbstkasteiungen praktizieren. Es ist wohl richtig, dass Askese im Opus Dei kein Fremdwort ist, doch mit den Ausmalungen im Buch hat sie kaum etwas zu tun.

Die katholische Kirche rät ihren Gläubigen, sich im Opfergeist zu üben, einschließlich der körperlichen Askese wie z.B. des Fastens während der Zeit vor Ostern. Sie stellt die Askese zwar nicht ins Zentrum ihrer Lehre, ist sich aber auch bewusst, dass sie für die Vertiefung der Beziehung zu Gott unentbehrlich ist: „Es gibt keine Heiligkeit ohne Entsagung und geistigen Kampf“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 2015). Abtötung ist Zeichen der Busse und Einswerdung mit dem Kreuzesopfer Jesu Christi, das die Welt vom Bösen erlöst.

Es ist bekannt, dass etliche Gestalten der Kirchengeschichte sich zu größeren Bußwerken gerufen wussten, etwa zu häufigem Fasten oder zur Benützung eines Bußbandes oder einer Bußgeißel. Erinnert sei unter anderem an Franz von Assisi, Teresa von Avila, Ignatius von Loyola, Thomas Morus, Franz von Sales, Johannes Maria Vianney, Theresia von Lisieux und Mutter Teresa.

Das Opus Dei schließt in Übereinstimmung mit der Kirche klassische Abtötungen, die einen ausdrücklichen symbolischen Bezug zum Leiden Christi aufweisen, nicht aus. In der Tat werden sie von einer Minderheit seiner Mitglieder in dezenter und gefahrloser Form praktiziert. Das eigentliche Interesse im Opus Dei gilt jedoch den kleinen Opfern im Alltag, besonders solchen, die zu einer verlässlichen Pflichterfüllung beitragen und den Mitmenschen das Leben angenehmer machen: Ausharren bei der Arbeit trotz Müdigkeit, gelegentlicher Verzicht auf Annehmlichkeiten, helfen, wo es notwendig ist, usw. Dies entspricht ganz seinem Anliegen, den christlichen Glauben mit dem gewöhnlichen Leben in der Welt in eins zu bringen.

6. „Katholische Sekte“?

Verschiedentlich nennt „Sakrileg“ das Opus Dei eine „Sekte“. Für diese abwertende Bezeichnung gibt es keinen seriösen Grund.

Das Opus Dei ist vollkommen in die katholische Kirche integriert. Es hat keine eigene Lehre und nicht einmal eine eigene theologische Schule; seine Lehre ist vielmehr identisch mit der Lehre der Kirche. Ebenso wenig kennt es Praktiken, die der Kirche fremd sind: Alles, was es tut, ist immer auch Praxis der Gesamtkirche. Seit seinen Anfängen im Jahr 1928 wirkt es stets mit dem Segen und der Zustimmung der Kirchenleitung.

Auch fühlt sich das Opus Dei nicht über alle anderen religiösen Realitäten erhaben, noch wähnt es sich im alleinigen Besitz der Wahrheit. Es steht in reger Beziehung zu den anderen Institutionen der Kirche und betrachtet die vielfältigen Wege des christlichen Glaubens als einen großen Reichtum.

Das Opus Dei folgt auch nicht seinen eigenen Plänen, sondern erfüllt einen spezifischen Auftrag der Kirche. Es will den Menschen helfen, ihren Glauben mit ihrer normalen Tätigkeit im Alltag in harmonischen Einklang zu bringen. Als Personalprälatur ist es eine Form der Selbstorganisation der Kirche und ergänzt die seelsorgerliche Arbeit der Pfarreien durch ein weitergehendes Angebot an Bildung und geistlicher Begleitung.

„Sakrileg“ macht sich auch unkritisch das Gerücht zu eigen, das Opus Dei betreibe „Gehirnwäsche“, übe Zwang aus und betreibe eine aggressive „Rekrutierung“. Es wird dadurch auf sachfremde und unfaire Weise in den gleichen Topf geworfen mit Gruppierungen, bei denen solche Vorwürfe möglicherweise berechtigt sind.

Das Opus Dei lädt Menschen dazu ein, das eigene Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Zugleich ist es selbst einer der konkreten innerkirchlichen Wege einer solchen Hingabe. Das Leben aber kann man nur aus freiem Willen hingeben. Zwang wäre nicht nur in sich verkehrt, er würde auch nicht zum Ziel führen, sondern über kurz oder lang das Gegenteil von dem bewirken, was er anstrebt. Das Opus Dei respektiert die Gewissensfreiheit seiner Mitglieder und überhaupt aller, die mit ihm in Kontakt stehen.

In den Beitrittsmodalitäten spiegelt sich der unbedingte Wille, dass jemand wirklich frei und informiert zum Opus Dei kommt. Zum Beispiel kann sich jemand erst dann zu einer ständigen Mitgliedschaft verpflichten, nachdem er eine über 6-jährige systematische Unterweisung über all das erhalten hat, was die Mitgliedschaft mit sich bringt. Zudem ist eine zeitlich begrenzte Verpflichtung erst ab 18 Jahren möglich, eine zeitlich unbegrenzte erst ab 23 Jahren.

Kardinal Christoph Schönborn, O.P.: “Man muss nicht Theologie studiert haben, um die grundsätzliche Widersprüchlichkeit des Schlagwortes der ‚innerkirchlichen Sekten’ zu erkennen. Ihre angebliche Existenz innerhalb der Kirche beinhaltet indirekt auch einen Vorwurf gegen Papst und Bischöfe. Sie tragen nämlich die Verantwortung, kirchliche Vereinigungen zu prüfen, ob sie in Lehre und Praxis mit dem Glauben der Kirche übereinstimmen. Darum gehört zur theologisch-kirchlichen Bestimmung einer Vereinigung als Sekte wesentlich die fehlende Anerkennung von Seiten der zuständigen kirchlichen Autorität. […] Es ist deshalb unzutreffend, wenn irgendwelche Institutionen, Personen oder Medienberichte über Gemeinschaften, die kirchlich anerkannt sind, das Urteil ‚Sekte’ zu verhängen.“ („L'Osservatore Romano”, 13./20. August 1997. Kardinal Schönborn ist Erzbischof von Wien; er war Schriftleiter des Katechismus der Katholischen Kirche.)´ *Hl. Josemaría Escrivá: „Wir verabscheuen die Tyrannei, vor allen Dingen innerhalb der ausschließlich geistlichen Leitungsaufgaben des Opus Dei. Wir lieben die Pluralität. Das Gegenteil würde unsere Wirksamkeit lähmen. Wir würden selbst nichts tun und andere nichts tun lassen.“ (Interview in „Le Figaro“, Paris, 16. Mai 1966; abgedruckt in „Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer“, Nr. 35). 7. Opus Dei und Frauen

„Sakrileg“ behauptet, Frauen im Opus Dei würden gezwungen, die Wohnhäuser der Männer ohne Lohn zu reinigen, und überhaupt hätten seine Frauen einen niedrigeren Rang. Auch dies entspricht nicht den Tatsachen. Das Opus Dei ist mit der Kirche von der gleichen Würde von Mann und Frau überzeugt. Folgerichtig wirken Frauen des Opus Dei in allen Berufen, sowohl in solchen, die in unserer Gesellschaft als prestigeträchtig gelten, als auch in solchen, die heute nicht selten geringgeschätzt werden, wie etwa die Arbeit einer Hausfrau oder die Hausbewirtschaftung. Für das Opus Dei besitzt jede rechtschaffene Arbeit, die aus Liebe zu Gott getan wird, den selben Wert.

Einige Numerarierinnen (insgesamt 10 % der Frauen) sind mit der Bewirtschaftung der Häuser des Opus Dei – sowohl der Frauen als auch der Männer – betraut. Sie entscheiden sich aus freien Stücken für diesen Beruf und absolvieren eine entsprechende Ausbildung, die auch Innendekoration, Catering und andere qualifizierte Arbeiten umfasst. Darüber hinaus führen sie Tagungszentren, wo kulturelle und geistliche Veranstaltungen durchgeführt werden. Sie werden für ihre Arbeit entlohnt. Millionen von Menschen, die das Bildungsangebot des Opus Dei in Anspruch nehmen, wissen um die Professionalität ihrer Dienstleistung. „Sakrileg“ präsentiert sie als minderwertig und verrät damit selbst eine elitäre Sicht.

Weiter will „Sakrileg“ wissen, beim Gebäude der US-Regionalleitung des Opus Dei in New York sei der Haupteingang an der Lexington Avenue für die Männer reserviert, während die Frauen einen Seiteneingang in einer Nebenstrasse benützen müssten. Auch hier wird Unkenntnis durch ein Vorurteil ersetzt. Das Gebäude zerfällt in zwei unabhängige Teile mit je einem Eingang. Dies deswegen, weil es auf der einen Seite eine Wohnzone für zölibatär lebende Frauen und auf der anderen eine solche für zölibatär lebende Männer gibt. Die betreffenden Frauen erreichen ihre Wohnung – entgegen der Behauptung im Buch – über den Eingang an der Lexington Avenue. Sämtliche übrigen Zonen auf beiden Seiten des Hauses jedoch werden von beiden Geschlechtern benützt. Natürlich ist das Gebäude auch nicht, wie im Roman dargestellt, der Zentralsitz des Opus Dei, der sich bekanntlich in Rom befindet.

Hl. Josemaría Escrivá: „Einer Frau mit der entsprechenden Vorbildung sollten auf jeder Ebene des öffentlichen Lebens alle Möglichkeiten offen stehen.“ (Interview in der Frauenzeitschrift „Telva“, Madrid, 1. Februar 1968; abgedruckt in „Gespräche mit Msgr. Escrivá de Balaguer“, Nr. 90.) Bischof Javier Echevarría, Prälat des Opus Dei:„Ich danke Gott oft, wenn ich sehe, wie die Frauen des Opus Dei in allen Bereichen der Gesellschaft arbeiten: Sie leiten Unternehmen oder Krankenhäuser, sie arbeiten auf dem Feld oder in der Fabrik, sie lehren an der Universität oder in der Schule; sie sind Richterinnen, Politikerinnen, Journalistinnen, Künstlerinnen; oder sie widmen sich mit derselben Leidenschaft und Professionalität ausschließlich der Arbeit in der Familie. Jede folgt ihrem eigenen Weg, und alle sind sich ihrer Würde bewusst. Sie sind stolz, Frauen zu sein, und sie werden als solche respektiert.“ Aus einem Interview in El Mercurio (Chile), 21. Januar 1996. 8. Das Opus Dei und die Vatikan-Bank

Laut „Sakrileg“ soll das Opus Dei die Vatikan-Bank Anfang der achtziger Jahre vor dem Kollaps gerettet haben. Als Gegenleistung dafür habe es den Status einer Personalprälatur erhalten.

In Wirklichkeit hat weder das Opus Dei noch eines seiner Mitglieder der Vatikan-Bank aus ihrer schwierigen Lage geholfen. Die Kirchenleitung errichtete das Opus Dei 1982 als Personalprälatur, weil sie nach jahrelangen Vorstudien zur Überzeugung gelangt war, dass diese neue Rechtsform dem Wesen und der Zielsetzung des Opus Dei am besten entspricht.

Falsch und irreführend ist auch die Rede von einer „vatikanischen Prälatur“ oder „persönlichen Prälatur des Papstes“. Die Personalprälatur ist weder eine Spezialität noch ein Privileg: Sie ist schlicht eine von mehreren kirchlichen Organisationsformen, die für besondere seelsorgerliche Aufgaben geschaffen werden. Ihre Mitglieder bleiben dem Bischof ihres Wohnortes unterstellt wie alle anderen gewöhnlichen Katholiken.

9. Die Heiligsprechung Josemaría Escrivás

„Sakrileg“ reproduziert auch das Gerücht, die Kirche habe die Regeln der Heiligsprechungsprozesse gebrochen, um den Gründer des Opus Dei möglichst schnell zum Heiligen zu erheben.

Das Verfahren über Josemaría Escrivá kam 2002 mit der Heiligsprechung zum Abschluss, 27 Jahre nach seinem Tod (nicht 20, wie das Buch schreibt). Das war schneller als bis dahin üblich, wenn es auch schon vorher vereinzelt schnellere oder vergleichbar schnelle gab (Franz von Assisi, Philipp Neri, Thesesia von Lisieux). Grund dafür war, dass Escrivás Verfahren als eines der ersten nach der neuen, stark gestrafften Ordnung abgewickelt wurde. Seither folgen alle Prozesse dieser neuen Ordnung. Viele von ihnen waren und sind bereits schneller als jener Escrivás: Mutter Teresa, „El Pelé“, Carlos Manuel Rodríguez. – Im Verfahren über Escrivá wurden keine Sonder­erlaubnisse erteilt. Sämtliche Fristen und Vorschriften wurden eingehalten.

Hubert Jedin, deutscher Kirchenhistoriker: „Eine so tiefgehende und weltweite Wirkung in der Kirche Gottes kann von einem Menschen nur dann ausgehen, wenn er sich Gott ganz zur Verfügung gestellt hat und so zu seinem Instrument für die Heiligung anderer Menschen und für die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden geworden ist. Die Wirkung, die er ausgeübt hat, wäre nicht möglich gewesen ohne die Heiligkeit des Gründers.“ (Persönliches Zeugnis)

  • Informationsbüro des Opus Dei in der Schweiz